Nach 10 Stunden und 32 Minuten im Ziel: Kathrin Domigalle vom Lauftreff des TV Schwanewede beim Mammutmarsch Bremen.
55 Kilometer, ein Ziel: Kathrin Domigalles Kraftakt beim Mammutmarsch Bremen
Kathrin Domigalle vom Lauftreff des TV Schwanewede hat sich beim ersten Mammutmarsch Bremen der längsten angebotenen Distanz gestellt – 55 Kilometer, zu Fuß, quer durch die Stadt. Nach 10 Stunden und 32 Minuten stand fest: geschafft.
Neben den 55 Kilometern stand beim Mammutmarsch auch eine 30-Kilometer-Strecke zur Wahl. Für Domigalle kam die kürzere Distanz jedoch nicht infrage.
„30 Kilometer habe ich nicht als Herausforderung gesehen. Ich wollte gleich die 55 Kilometer.“
Entstanden war die Idee an einem geselligen Abend bei einem Bier und einer Wette – aus dem spontanen Einfall wurde jedoch schnell eine ernsthafte sportliche Aufgabe. Als erfahrene Halbmarathonläuferin ist Domigalle längere Belastungen gewohnt, doch die Distanz beim Mammutmarsch war mehr als doppelt so lang wie ein Halbmarathon.
Vor dem Start beschäftigte sie vor allem eine Frage: Was würde nach Kilometer 30 passieren? Würden die Beine durchhalten – und würde der Kopf mitmachen? Neben dem Ziel, die Wette zu gewinnen, hatte sie sich insgeheim vorgenommen, die Strecke in unter zehn Stunden zu bewältigen.
Gemeinsam mit ihrer Laufpartnerin machte sie sich auf den Weg. Die eigentliche Herausforderung begann für beide jedoch erst in der zweiten Streckenhälfte.
„Ab Kilometer 40 wurde es richtig anstrengend.“
Zwischen Kilometer 40 und 45 geriet Domigalle in ein tiefes Loch. Beine und Füße machten sich deutlich bemerkbar, und ihre Laufpartnerin musste sie motivieren, weiterzugehen. Auf den letzten Kilometern kehrten sich die Rollen um: Jetzt war es Domigalle, die ihre Begleiterin ins Ziel zog.
Nach 10 Stunden und 32 Minuten, darunter rund 30 Minuten Pause, war die lange Strecke geschafft – eine Leistung, die weit über das hinausgeht, was aus einer spontanen Wette entstehen sollte.
Neben der sportlichen Herausforderung hatte der Tag noch eine andere Seite. „Auch als Bremerin konnte ich einige schöne Ecken sehen, die ich noch nicht kannte“, berichtet Kathrin Domigalle.
Im Ziel überwog zunächst vor allem die Erleichterung. „Ich war froh, ins Ziel gekommen zu sein.“
Am Abend nach dem Mammutmarsch stand für sie zunächst fest, eine solche Strecke nicht noch einmal zurückzulegen. Am nächsten Morgen sah das bereits wieder anders aus. Inzwischen kann sie sich vorstellen, ähnliche Märsche gemeinsam mit ihrem Mann in anderen Städten zu unternehmen – als sportliche Form des Sightseeings.